Wie Löwenbräu in 4 Phasen ihr Merchandise-Geschäft erfolgreich auf Shopify aufgebaut hat…

Die Bierbrauerei Löwenbräu ist international bekannt und erfreut sich weltweiter Beliebtheit. Unter ihrem Dach versammelt sich nicht nur die Marke Löwenbräu, sondern ebenfalls die Traditionsgaststätte zum Franziskaner,  der Löwenbräu Keller, das Schützenfestzelt auf der Wiesn sowie das Hotel Drei Löwen. Wie Shopify Händler Andy es geschafft hat Tradition mit E-Commerce zu verbinden und sowohl online als auch offline mit Shopify erfolgreich das Merchandise von Löwenbräu in Form von Bierkrügen und Gläsern verkauft, hat er auf dem Münchener Shopify Meetup im November 2019 berichtet.

Es hat ihn und seinen Kollegen zunächst eineinhalb Jahre gebraucht die Lizenzen für die Merchandise Rechte der Brauerei zu erhalten. Die Brauerei hatte zuvor bereits in Eigenregie versucht einen Shop zu betreiben, dies jedoch auf WooCommerce und mit überschaubarem Erfolg. Als Andy und sein dreiköpfiges Team dann erfolgreich die Lizenzen erhielt, wurde der Shop zu Shopify migriert und mithilfe einer Shopify Expertenagentur aus dem Münchener Raum mit einem individuellen Design ausgestattet. Produktfotos wurden mithilfe eines professionellen Fotografen gemacht, sodass der Start recht aufwendig und nicht günstig, jedoch definitiv professionell und lohnenswert war.

Nun standen sie vor der Frage: Wie bekommen wir Kunden? Den Ausbau des Geschäft und das Wachsen des Kundenstammes kann rückblickend in vier Phasen unterteilt werden:

Phase 1: Natürliche Reichweite

Zu allererst haben Andy und Team die natürliche Reichweite und Bekanntheit der Marke ausnutzen wollen. Aus diesem Grund wurden zunächst auf allen Websiten des Lizenzgebers, also Löwenbräu, Traditionsgaststätte zum Franziskaner,  der Löwenbräu Keller, das Schützenfestzelt auf der Wiesn sowie das Hotel Drei Löwen, der Online-Shop verlinkt. 

Auch wenn man die Websiten von Brauereien belächeln mag, war allein dieser Schritt schon ein großer Gewinn und Durchbruch, denn eine Örtlichkeit wie die Franziskaner Traditionsgastätte hat allein pro Monat allein rund 80k Aufrufe. So kamen relativ schnell Bestellungen rein auf die das Team in ihrem kleinen damaligen Raum gar nicht vorbereitet waren. Sie mussten schnell die Örtlichkeiten des Büros und Lagers wechseln, um der Anfrage Herr zu werden.

Phase 2: Bezahlte Online Marketing Kampagnen

Im nächsten Schritt kamen dann bezahlte Online Marketing Kampagnen hinzu. Dies geschah eher zufällig und ungeplant. Denn als Shopify die neue Funktion im Shopify Admin anzeigte, testete Andy diese direkt aus. Er erstellte Smart Shopping Kampagnen aus dem Shopify Admin heraus für Google Shopping. Das Resultat: Nach 14 Tagen hatte er bereits eine beträchtliche Anzahl an weiteren Bestellungen und konnte seinen Umsatz auf ein neues Level heben.

Selbst die von Google selbst durch ihren bezahlten Service “Google Jump Start” angebotenen und kreierten Kampagnen kamen nicht an den Return on Investment (ROI) ran und mussten anschließend alle abgestellt werden. Andy optimierte und baute die anfänglichen Smart Shopping Kampagnen weiter aus, die er in Shopify zu Beginn angelegt hatte.

Phase 3: Offline Verkauf

Nachdem nun bereits die Online Präsenzen mit dem Online Shop verknüpft und erste Online Marketing Kampagnen via Google Shopping liefen, nahm sich das dreiköpfige Team um Andy den Offline Verkauf vor. 

Denn nach der abgeschlossenen Renovierung, wurde der Löwenbräu Keller neu eröffnet und mit ihm der Souvenirstand, welcher durch das Team betreut wurde. Als System wurde hier das Shopify POS System genutzt, welches sich problemlos und zügig einrichten und mithilfe eines iPads betreiben ließ. Für die eigentliche Kaufabwicklung wird aufgrund der strengeren Sicherheitsvorkehrungen das System SumUp genutzt. Dieser Posten bereitet dem Team nach eigenen Aussagen “sehr viel Freude”.

Ebenfalls das Franziskaner wurde mit einer Vitrine zur Bewerbung der Produkte ausgestattet. Anstelle eines eigenen POS Systems wird hier über das eigene Kassensystem abgerechnet. Dies birgt gewisse Herausforderungen, da hier nun der Faktor Mensch, Anreizsetzung und die Schwierigkeit der Schulung noch hinzukommt, was es dem Team um Andy herum nicht immer einfach macht. 

Derzeit steht das Team vor der Herausforderung wie man dieses Potential des direkten Kundenzugangs im Offline Bereich noch besser nutzt und aus dem aktuellen Setup noch mehr herausholt. 

Phase 4: Amazon

Ebenfalls ein großer Schritt war das Aufsetzen und Testen von Amazon. Denn Andy war zunächst sehr skeptisch gegenüber dem Marktplatz. Jedoch wurde er nun vom Gegenteil überzeugt: Amazon hat sich ebenfalls zu einem signifikaten Absatzkanal für das Unternehmen herausgestellt.

Angebunden wurde der Shop mithilfe des Tools Channable. Hier war zwar zunächst noch viel Nacharbeit nötig, da Amazon sehr enge und strikte Vorschriften zu den Produktbeschreibungen und Titeln hatte. Nun funktioniert jedoch alles reibungslos. Direkt zu Beginn, ohne jegliche Werbung, konnte das Team bereits über 1.500 EUR im ersten Monat umsetzen. Anfangs summierten sich die Bestellungen pro Tag im ersten Jahr auf 3, mittlerweile konnte diese Zahl auf 30 Bestellungen pro Tag ausgebaut werden.

Der aktuelle Stand: Einblicke in das Marketing

Aktuell bilden Google Shopping und Amazon im Online Marketing Bereich das Rückgrat für den Löwenbräu Online-Shop. Das Team investiert derzeit rund 100 Euro in Google Shopping Kampagnen mit einem Bestellwertvolumen von rund 800 Euro. Damit liegt die ROI bei 8. 

Parallel werden 50 Euro / Tag in Amazon Kampagnen investiert. Dies hilft vor allem die internationalen Bestellungen aus dem englischen Raum sowie Spanien und Italien zu generieren und pushen. 

Social Media hingegen ist nicht sonderlich effektiv im Fall von Löwenbräu und wird nun schrittweise zurückgefahren. Der Grund hierfür ist recht simpel: Das Produkt selbst ist nicht sonderlich attraktiv und eignet sich nur bedingt für die Bewerbung mit Emotionen und Fotos über die sozialen Kanäle. Erschwerend kommt hinzu, dass Facebook sehr restriktiv vorgeht bei allen Inhalten, die in nur annähernd mit Alkohol in Verbindung gebracht werden könnten und so vielen Content verbietet. So steht der kreative Aufwand in keiner Relation zu den Erträgen der anderen Marketing Kanäle.

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