In nur drei Monaten mit 0 Euro Entwicklungskosten zum Award Gewinner

Wie schafft man es mit 0 Euro Entwicklungskosten und einem Investment von insgesamt 578 EUR in nur 110 Tagen von Shop-Launch in Eigenregie parallel zum normalen Job einen der angesagtesten E-Commerce Awards in Deutschland zu gewinnen? Mitgründer Ralf Mager von Tiny Boon erklärt uns seine Tricks & Tools und nimmt uns hinter die Kulissen seines Shopify Shops.

Ein wenig mehr zu Tiny Boon

Tiny Boon ist ein Online Shop, der sinnvolle und nachhaltige Produkte sowie Geschenkboxen für Babies und Kleinkinder anbietet. Die Idee für den Shop ist Ralf und seiner Ehefrau Nicole aus dem eigenen Bedürfnis heraus entstanden: Sie haben zwei Kinder und sich des Öfteren schon über die limitierte und schlechte Auswahl an Geschenkboxen und Produkten für Kinder geärgert. 

Ralf ist hauptberuflich Chief Digital Officer bei Lodenfrey, einer Münchner Luxusmodemarke und betreut dort seit über 10 Jahren das Online Business. Insofern brachte er zum Start des Shopify Shops schon eine tiefgehende Expertise im E-Commerce und Übersicht über die passenden Tools und Programme mit sich. 

Nur 110 Tage nach dem Start des eigenen Shops wurde Tiny Boon in der Kategorie “Spielwaren, Kinder & Babies” als Gewinner gekürt und konnte sich gegen andere Größen wie Mytoys durchsetzen. Und das alles mit einem Investment von lediglich 578 Euro.

Der Werdegang im Überblick

Am 7. April 2019 haben Ralf und Nicole den Shopify Shop angemeldet. 83 Tage hat es gedauert bis alles eingestellt war und der Shop live ging am 29.6.2019. Nur 110 Tage hat es insgesamt gedauert bis der Shop dann den Shop Usability Award gewonnen hat, einen der bedeutendsten Preise im E-Commerce nach Aussagen von t3n. 

Tiny Boon war von Beginn an 100% Eigenkapitalfinanziert und umfasst aktuell rund 400 Teile im Shop. Die Conversion Rate beträgt im Quartal 3 2019 3,5% – ein Wert der überdurchschnittlich gut ist. Noch beeindruckender nach eigenen Aussagen sei jedoch die Retourenquote, die bei unter 1% liegt (in der Mode sind Retourenquoten immer zweistellig).

Welche Tools und Infrastruktur nutzt Tiny Boon?

Auf welche Infrastruktur setzen Ralf und Nicole? Diese Frage ist in der Hinsicht interessant, dass Ralf durch seine Arbeit als CDO bei Lodenfrey über 10 Jahre lang Erfahrung mit sämtlichen Shop Plattformen und -Systemen gemacht hat und sich bestens mit Shopify Alternativen wie Oxid, Shopware oder auch WooCommerce auskennt.

Während das Modehaus Lodenfrey auf Oxid läuft, einer Shop-Plattform, die hochgradig individualisierbar ist, aber unter geringer Schnelligkeit und permant hohem Entwicklungsaufwand leidet, hat sich das Gründerehepaar bei Tiny Boon für Shopify entschieden.

Um Shopify herum haben sie sich eine Infrastruktur an skalierbaren und effektiven Tools gebaut. Viele dieser Tools sind zu Beginn noch komplett kostenlos und erlauben so einen leanen und günstigen Start. Hier die Übersicht der Tools auf die Tiny Boon baut:

  • Billbee: Dieses Tool wird für den Rechnungsversand, die Erstellung von Lieferscheinen sowie als System für das ERP und die Warenwirtschaft genutzt. Mehr Infos zu Billbee hier: https://www.billbee.io/
  • Google Sheets: Das präferierte Tool, um die Produktdatenbank mit allen Informationen anzulegen und zu pflegen.
  • Trello: Das Tool für das interne Projektmanagement und die Aufgabenverwaltung zwischen Ralf und Nicole
  • Google Analytics: Das Tool für die Visualisierung und Analyse der Shop-Performance. Hiermit verstehen sie noch besser was gut läuft im Shop und was noch optimierbarer ist.
  • Hotjar: Das Tool zur Analyse des Besucherverhaltens, um so den Shop noch weiter zu optimieren und die Conversion Rate zu steigern.
  • Sistrix: Das Tool zur SEO Analyse und -optimierung
  • Google Suite: Die Software für E-Mails und die Bearbeitung von Supportanfragen

Dieses oben beschriebene Setup hat Tiny Boon von April bis Mitte November insgesamt 578 EUR gekostet. Darin enthalten sind bereits ein Shopify Theme in Höhe von 180 USD auf Basis welchem der Shop aufgesetzt wurde. Entwicklungskosten sind keine angefallen.

Dieses Setup ist zu Beginn völlig ausreichend nach Aussagen von Ralf. Wenn man später dann noch Unterstützung braucht, kann man jederzeit noch Shopify Experten zur Seite holen.

Wie ist Tiny Boon gewachsen?

Folgende Aktivitäten hat Ralf für Tiny Boon aufgelistet, die ihnen geholfen haben zu wachsen und auf die sie sich derzeit weiter fokussieren:

  • Google Shopping
  • Google AdWords
  • Social Media
  • Vernetzen mit Leuten
  •  Offline Aktivitäten

Was noch relevant in Zukunft?

In Zukunft stehen aktuell folgende Dinge im Fokus von Ralf und Nicole mit denen sie den Shop weiter ausbauen und wachsen lassen wollen:

  • Stammkunden aufbauen: Dies schaffen sie durch viel persönliche Nähe und Liebe zum Detail. Die beiden schreiben persönliche Dankeskarten und machen auch regelmäßig Offline Postkarten Aktionen, wie aktuell beispielsweise zu Weihnachten mit Weihnachtsgrüßen. Durch den beigefügten Rabattcode lässt sich die Effektivität tracken, welche nach eigenen Angaben sehr hoch ist und viele erneute Bestellungen generiert. 
  • Simplizität: Aktuell räumen die beiden den Shop zudem ein wenig auf. Bestehende Strukturen sollen noch simpler werden, Elemente im Shop wie die Bestellbestätigungen werden noch schlanker gestaltet.

Ausbau vorhandener Kanäle: Ebenfalls im Fokus steht der weitere Ausbau bestehender Kanäle. Hierzu zählt der eigene Instagram Auftritt sowie das E-Mail Marketing. Zudem wird auch vermehrt in den gezielten Ausbau des eigenen Blogs aus SEO Zwecken fokussiert.

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